Cusco und das heilige Tal der Inka

Die frühere Inka-Hauptstadt Cusco gilt heute wohl als DER Touristen-Hot-Spot Perus. Das bekommen wir sofort zu sehen und zu hören: Massagen, Touren, Souvenirs und Weed werden uns neben guten Sitzplätzen in Restaurants an allen Ecken und Enden angeboten. Zwischen Straßenverkäufern tummeln sich Peruanerinnen in traditioneller Kleidung mit Baby-Lamas oder Lämmchen in der Hand, um sich für ein Foto verkaufen zu können.

Und doch hat die Stadt ein gewisses Flair. Die schmalen gepflasterten Gassen, die vielen kleinen bunten Cafés und Restaurants, die Kunsthandwerksläden sowie die geschnitzten Holzbalkone und alten Mauerwerke sorgen für ein Wohlfühl-Ambiente.

Wir verbringen unsere Zeit nicht nur im sehr verregneten und verhagelten Cusco, sondern machen uns auf den Weg in das heilige Tal der Inka, das Urubamba-Tal. Aufgrund der mäßigen Wetterprognosen und der für uns viel zu teuren Zugtickets in Richtung Machu Picchu nehmen wir von Trekking- und Zugtouren Abstand und fahren auf eigene Faust mit öffentlichen Verkehrsmitteln los, um die vielen Spuren der Inka zu erkunden.

Im heiligen Tal besuchen wir die Inka-Ruinen von Pisac und Ollantaytambo sowie die Terrassenanlagen von Moray – Sie galten wohl als landwirtschaftliche Forschungsstätten der Inka – und die Salzterrassen von Maras.

Nachdem es täglich gewittert und uns die Einheimischen davon abraten weiter in das Tal in Richtung Machu Picchu zu fahren, steigen wir in ein Sammeltaxi, um den Rückweg nach Cusco anzutreten.

Kurz vor der Abfahrt entscheiden wir uns um: Wir steigen aus und machen uns auf die Suche nach einem Transport zum letzten über eine Straße erreichbaren Ort vor Machu Picchu.

Schnell läuft eine Dame zu uns und meint, uns einen Bus vermitteln zu können. Eine weitere Person gesellt sich zu uns und so warten wir gemeinsam fünf peruanische Minuten – ca. 1h Wartezeit – auf den Bus, der uns in den fünf Fahrstunden entfernten Ort Hidroelectrica bringen sollte.

Im Bus sind wir die einzigen Touristen. Wir bezahlen die Dame und fahren los. Bald stellt sich heraus, dass wir doppelt so viel als üblich für die Busfahrt bezahlt haben und der Bus gar nicht bis Hidroelectrica fährt.

Somit müssen wir nach 3h Fahrzeit aussteigen und ein Taxi nehmen, welches uns letztendlich, nach einmaligem Umdrehen aufgrund eines fast leeren Tanks, nach Hidroelectrica bringt. Die Fahrt ist aufgrund der wechselnden Landschaft sehr spannend für uns: Nachdem wir auf dem Abra-Malaga-Pass Lamas und Alpakas sehen, tun sich auf der anderen Talseite Bananenbäume sowie bunte Blumen und Vögel auf.

Gut, dass wir unsere Stirnlampen dabei haben: Den 10km langen Fußweg nach Aguas Calientes, dem eigentlichen Machu Picchu-Dorf, schaffen wir nicht mehr bei Tageslicht.

Nach der sehr langen Anreise freuen wir uns auf ein Bett, denn am nächsten Tag geht es um 6.00 Uhr los mit der Wanderung auf den Machu Picchu.

Wir genießen es sehr, die mächtige Ruine in der Früh bestaunen zu dürfen, denn es dauert nicht lange und die Inkastadt ist von tausenden Touristen belagert.

Uns begeistert nicht nur Machu Picchu selbst, sondern insbesondere das steile, dschungelähnliche Gelände, in welches diese Stadt hineingebaut worden ist.

Nach einer ausführlichen Besichtigung machen wir uns wieder zu Fuß auf den Weg zurück nach Hidroelectrica, von dort aus wir ein Sammeltaxi direkt zurück nach Cusco finden.

Wir sind sehr froh darüber, das Wetterfenster gut ausgenützt und tolle Tage im heiligen Tal der Inka verbracht zu haben! Jetzt gibt’s ein paar Ruhetage in Cusco, die wir zur weiteren Reiseplanung nützen werden. Die aktuelle politische Lage in Südamerika scheint unsere Pläne momentan ziemlich durcheinander zu bringen – Wir sind gespannt wo es uns hin verschlagen wird!

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