Das wunderschöne Ende der Welt

Wir verbringen eine Woche am Ende der Welt: Nein, wir sind noch nicht in Feuerland, wir meinen das andere Ende, das Ende der Welt im Norden Argentiniens.

Nach ein paar Kletter- und Campingtagen in La Ola, wo wir neben einer herrlichen Felskulisse einen beeindruckenden Sternenhimmel mit atemberaubenden Meteoriten bewundern können, borgen wir uns in Cordoba ein Auto aus, um die von Cordoba aus gesehen rund 700 km entfernte Provinz Salta anzufahren.

Mit unserem kleinen Auto geht es los nach Cafayate. Wir fahren endlos lange Straßen ewig geradeaus, vorbei an trockenen Salzseen und gefühlt niemals endendem Grün. Anderen Fahrzeugen begegnen wir kaum.

Nach einer sehr langen Fahrt erreichen wir mitten in der Nacht das kleine Weinbaustädtchen Cafayate. Wir verbringen dort eine kurze Nacht und bereits am nächsten Tag geht es auf knapp 200 km Schotterstraße weiter in den kleinen Ort Cachi.

Während wir an Weingärten, umgeben von Kakteen und karger Landschaft vorbeifahren, vergessen wir auf das Tanken. Kein Problem: GoogleMaps sagt uns, dass es auf der Strecke ein paar Tankstellen geben sollte.

Die erste Tankstelle erweist sich als längst nicht mehr in Betrieb. Optimistisch fahren wir weiter in den nächsten Ort. Die meisten Ortschaften in diesem Gebiet bestehen aus einer Kirche, ein paar wenigen Häusern und einem Fußballplatz. Zum Glück finden wir tatsächlich eine Tankstelle vor. Allerdings ist diese geschlossen. Nachbarn erklären uns, dass diese nur nach Belieben öffnet und keine wirklichen Öffnungszeiten existieren. Na bravo. Weiterfahren können wir nicht mehr, der Tank ist fast ganz leer. Wir werden zu einem privaten Autohändler verwiesen. Dieser lagert Benzin in Kanistern und verkauft uns einige Liter. Wir sind heilfroh und können beruhigt weiterfahren. Ab jetzt nehmen wir uns vor bei zumindest jeder zweiten Tankstelle zu tanken.

Wir verbringen eine Kaffeepause im sehr netten Örtchen Cachi. Weiter geht es in den Nationalpark Los Cardones, in dem es eine herrliche Kakteenlandschaft zu bewundern gibt.

Die Fahrt dieses Tages endet in Salta, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Hier besuchen wir das archäologische Museum, in dem drei Inka-Kindsmumien ausgestellt sind. Die Kinder wurden im Rahmen von Hochgebirgsritualen der Inka geopfert und in den 1990er Jahren von Bergsteigern auf einem über 6000 m hohen Vulkan gefunden.

Nun geht es tatsächlich los zum Ende der Welt: Wir fahren nach San Antonio de los Cobres. Hier gibt es gefühlt wirklich nichts. Spannend jedoch ist es, dass die wenigen vorhandenen Unterkünfte ausgebucht sind. Die wunderschöne Landschaft um diesen Ort lockt offenbar einige Touristen an. Somit schlafen wir letztendlich im Auto. Gleich zu Sonnenaufgang fahren wir zum nahe gelegenen Vulkan Tuzgle.

Ein weiteres landschaftliches Highlight des argentinischen Nordens sind die Salinas Grandes. Diese drei Salzwüsten auf knapp 3500 m Höhe weisen eine Fläche von ca. 6000 km² auf. Wir sind begeistert von den riesigen Salzflächen, welche sich in blitzblauen Seen spiegeln.

Die Region im Norden Argentiniens ist bekannt für ihre wunderschönen mehrfarbigen Gebirgsformationen. Für uns ist es wieder sehr spannend, dass wir kaum Menschen und andere Fahrzeuge treffen.

Bevor es vom von uns festgelegten Ende der Welt wieder zurück nach Cordoba geht, legen wir einen Halt in der UFO-Hauptstadt Capilla del Monte ein. Diese wirbt aufgrund mehrerer angeblicher UFO-Sichtungen mit Bergen, welche besondere Energien ausstrahlen sollten. Wir genießen die Landschaft und tanken Energie auf für die Rückfahrt nach Cordoba und den Sprachkurs, den wir dort besuchen werden.

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