Verregnete Weihnachtszeit in Patagonien

Aufgetankt mit Sonne aus der Atacama-Wüste machen wir uns, nun eingepackt in Winterjacken, auf den 18-stündigen Weg von Puerto Montt nach Coyhaique. Die abwechselnden Bus- und Fährenfahrten lassen die Zeit recht schnell vergehen. Mit einem Kaffee in der Hand genießen wir am Sonnendeck der Fähre die schöne Aussicht auf die grüne und teilweise schneebedeckte Landschaft im chilenischen Norden Patagoniens. Wir bekommen durch die lange Fahrt auf der Carretera Austral, der einzigen Hauptstraße in Chile in Richtung Süden, einen guten ersten Eindruck von Patagonien. Bisher wirkt die Umgebung auf uns, als könnte sie sich bei uns in den Alpen befinden.

Nach 18 Stunden Anreise erreichen wir Coyhaique um 1 Uhr in der Früh. Leider erwartet uns unsere Vermieterin nicht wie ausgemacht, sodass wir eingewickelt in Schlafsäcke zwei Stunden vor verschlossenen Türen warten, bis glücklicherweise der Bruder der Dame nach Hause kommt und uns in die Unterkunft lässt. Passend zur Vorweihnachtszeit fühlen wir uns kurzzeitig wie bei der Herbergssuche.

Wir wollen die Zeit über Weihnachten in Coyhaique und Umgebung verbringen und die umliegenden Nationalparks zum Wandern besuchen. Leider regnet es jedoch täglich, was uns in Kombination mit dem starken Wind doch eher in Kaffeehäuser treibt, als in Nationalparks.

Die wenigen Sonnenstunden nützen wir, um den kleinen Weihnachtsmarkt der Stadt zu besuchen und für Spaziergänge im National Reserve Rio Simpson. Somit haben wir wetterbedingt sehr gemütliche Weihnachtsfeiertage. Den heiligen Abend verbringen wir lecker essend und trinkend bei einem Weihnachtsbuffet im Casino-Hotel der Stadt.

Nach einer Woche Sonnenabstinenz freuen wir uns auf unseren Flug nach Punta Arenas. Also wir freuen uns auf den neuen Ort, das Sitzen in Flugzeugen und Bussen bereitet uns mittlerweile keine große Freude mehr. Rund zwei Stunden Flugzeit in Richtung Süden später zeigt sich auch Punta Arenas grau in grau. Wir machen trotzdem einen Spaziergang entlang des Hafens und schließen den Tag mit viel zu teurer chilenischer Pizza ab.

Am kommenden Tag haben wir Wetterglück und wir können in das National Reserve Magallanes wandern, wo wir einen wunderschönen Ausblick auf die Magellanstraße bekommen.

Bevor es mit der Fähre weiter in den Süden geht, fahren wir für rund 2 Wochen zurück über die Grenze nach Argentinien. Wir besuchen das Städtchen El Calafate, welches wie ein touristischer Skiort auf uns wirkt. Von hier aus machen wir einen Ausflug zum berühmten Perito Moreno Gletscher. Wir sind schwer beeindruckt. Der Gletscher ist ein Teil des riesigen Eisfeldes zwischen Argentinien und Chile. Er ist bis zu 70 m hoch und ragt 160 m tief in das Wasser des größten Sees Argentiniens. Immer wieder hören wir dumpfe Geräusche, verursacht durch das Abbrechen von Gletscherteilen. Diese wahnsinnigen Dimensionen können wir nicht fassen.

Wir hören, dass das Wetter auf der argentinischen Seite Patagoniens völlig anders ist als im chilenischen Teil. Während es in Chile fast täglich regnet, gibt es hier im Gebiet um El Calafate jährlich lediglich 300 mm Niederschlag. Das freut uns sehr zu hören, denn für die kommende Woche haben wir geplant nach El Chalten zum Wandern und Klettern zu fahren. Da können wir trockenes Wetter sehr gut gebrauchen!

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