Eine wunderbare Reise endet…

Nach insgesamt nun sieben Monaten Reisezeit machen wir uns auf zu unseren letzten Stationen.

Wir machen einen kurzen Zwischenstopp in der im Süden von Brasilien liegenden Stadt Porto Alegre. Hier gibt es für uns nicht sehr viel zu sehen. Nicht zu übersehen ist jedoch der extreme Unterschied zwischen Reichtum und Armut. Dieser nötigt hier besonders viele Menschen dazu zwischen den vielen Kakerlaken auf der Straße zu leben.

Den letzten Halt vor unserer Rückreise nach Europa machen wir in Rio de Janeiro. Hier lassen wir es uns zum Schluss noch einmal richtig gut gehen. Wir gönnen uns ein tolles Hotel an der Copacabana mit schönem Ausblick auf die Christusstatue und den Zuckerhut.

Neben langen Strandspaziergängen sowie einem Ausflug in die ebenso sehr arme Innenstadt und zur Christusstatue, nützen wir diese Woche in Rio de Janeiro ganz besonders dazu, unsere Reise für uns noch einmal Revue passieren zu lassen.

In den letzten sieben Monaten haben wir sieben Länder besucht und unzählige Highlights wie den Regenwald in Ecuador, die Berglandschaften in Peru oder die unberührten Strände in Uruguay erlebt. Wir haben Lowlights, wie Christofs Magendarm-Grippe während unseres Gletscherkurses in Peru oder die vielen teils sehr aggressiven Hunde überstanden und ganz besonders viele sehr lustige Erlebnisse, wie die Weight-Watchers-Wanderung in den Colca-Canyon, den Kabelbrand in Paraguay oder die Fahrten mit nicht mehr wirklich fahrtüchtigen Taxis und Tuk-Tuks erlebt.

Manchmal sind wir wütend gewesen, z.B. wegen der Unehrlichkeit vieler Peruaner, wegen dem sehr gefährlich fahrenden Busfahrer in Ecuador oder wegen nächtlicher Wartezeiten vor Unterkünften in Chile. Sehr oft haben wir uns jedoch gefreut, wie über die vielen Tiersichtungen außerhalb des Regenwaldes und der Galapagos-Inseln, über das Paragleiten in Lima, oder über die Wanderung auf 5000m Höhe. Das eine oder andere Mal haben wir uns über uns selbst ärgern müssen, z.B. als wir inmitten der unberührten Landschaft im Norden von Argentinien vergessen haben unser Mietauto zu tanken. Doch viel öfter haben wir über uns lachen müssen, z.B. über Christofs Sturz auf eine Nonne während einer Busfahrt oder darüber, dass uns ein Riesenvogel während einer Bootsfahrt von oben bis unten angekackt hat.

Obwohl wir ein Handy, Teile unseres Campinggeschirrs und Kleidungsstücke verloren haben, haben wir durch diese Reise doch viel mehr dazu gewonnen: Wir haben Spanisch gelernt, für uns teils exotische Speisen und Getränke gekostet, viele unterschiedliche Kulturen kennengelernt, nette Bekanntschaften gemacht und auch Einblicke in für uns völlig andere Lebensweisen erhalten.

Leider haben wir an unserem vorletzten Abend in Südamerika in Rio de Janeiro noch eine nicht so schöne Erfahrung gemacht. Für unseren Rückweg vom Abendessen zum Hotel wählen wir nicht die Hauptstraße an der Copacabana, sondern die erste Parallelstraße dazu. Um 20.00 Uhr ist es bereits finster und in diesem Straßenabschnitt sind gerade nicht so viele Menschen unterwegs. Wir haben es nicht mehr weit zurück zum Hotel. Wir tratschen und bemerken somit nicht, dass sich eine Person mit einem Fahrrad auf dem Gehsteig befindet. Beim Vorbeigehen schnappt dieser Mann sich Christof, zieht ihn an seinem T-Shirt zu sich und hält ihm ein Messer vor das Gesicht. Wir schreien vor Schreck auf. Dies hört ein Portier eines nahen Hotels, was uns aus dieser schrecklichen Situation rettet. Der Angreifer lässt los und macht sich mit seinem Rad davon. Heil, aber wirklich sehr erschrocken von diesem brutalen Überfall kommen wir in unserem Hotel an. Rio de Janeiro ist aufgrund der gewaltigen Schere zwischen Armut und Reichtum und den vielen Drogenbanden eine sehr gefährliche Stadt. Es kommt hier immer wieder zu sehr gewaltvollen Raubüberfällen.

Dieser letzte Eindruck von Südamerika soll nun jedoch nicht die unzähligen wunderbaren Momente der letzten Monate überdecken.

Von Rio de Janeiro aus geht es nun wieder zurück nach Europa. Wir genießen ein paar schöne Tage in Lissabon und fahren über Zürich zurück nach Österreich.

Nach sieben wunderbaren Reisemonaten freuen wir uns nun schon sehr auf unsere Lieben zu Hause und – man mag es vielleicht nicht glauben – wieder auf unseren ganz normalen schönen Alltag daheim. Mit der Reise haben wir uns einen großen Traum erfüllen dürfen, wofür wir sehr dankbar sind und wovon wir sicherlich ein Leben lang zehren werden.

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